MdL Andreas Lotte zum Thema "Wohnen von Senioren im ländlichen Raum"

lotte spricht

Senioren müssen nicht in die Stadt flüchten

Zum Thema "Wohnen von Senioren im ländlichen Raum" sprach MdL Andreas Lotte, Betreuungsabgeordneter der SPD für den Landkreis Weilheim-Schongau, auf dem Hohenpeißen-berg. Der wohnungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion besuchte am 16.10.2014 zwei Einrichtungen für Senioren in Peiting und begrüßte am Abend zahlreiche Gäste und SPD-Mitglieder zu seinem Vortrag.

Der Vortrag des Abgeordneten spannte einen Bogen von der historischen Entwicklung der Altersversorgung bis zu den heute gängigen Modellen der or-ganisierten und individuellen Seniorenbetreuung. Dabei wurden die Merkmale vorgestellt, die für die jeweilige Betreuungsform typisch sind aber auch neue und alternative Ansätze aufgezeigt, wie ein würdiges, altengerechtes Wohnen in Zeiten des demografischen Wandels aussehen kann. Schließlich wird allein im Landkreis Weilheim-Schongau die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2020 ge-genüber 2000 um 18.6 % steigen.

Besonders interessant ist, dass Lotte gerade bei den alternativen Wohnformen jenseits der klassischen Heimunterbringung das Potential sieht, die vermeintli-chen Nachteile des Landes zu überbrücken. Bei ambulanten Hausgemein-schaften etwa leben die Senioren selbstbestimmt und eigenverantwortlich mit-einander in einem Haus und sind Teil einer Solidargemeinschaft, in der sich die Bewohner bei der Bewältigung von Alltagsaufgaben gegenseitig un-terstützen. Jede Bewohnerin und jeder Bewohner lebt dabei in einer eigenen abgeschlossenen Wohnung. Bei generationenübergreifenden Modellen woh-nen Ältere zusammen mit Jüngeren unter einem Dach. Hier ergeben sich noch vielfältigere Möglichkeiten, sich gegenseitig zu ergänzen. Ähnliches gilt für ambulant betreute Wohngemeinschaften, in denen die Senioren ihre eigenen Wohnbereiche haben, aber gemeinschaftlich Kochen und Essen. Lediglich für weiter reichende Hilfen werden bei Bedarf externe Dienstleistungsanbieter hinzugezogen.

Gerade für solche Dienstleister wie z.B. Pflegedienste sind ambulante Haus- und Wohngemeinschaften interessant, ist es doch weitaus günstiger, eine Ad-resse mit fünf Kunden anzufahren, als fünf weit auseinander liegende mit nur jeweils einem. Ähnliches gilt für die sogenannten generationenübergreifenden Wohngenossenschaften, in denen Arbeitsstunden angespart werden, um sie dann in Pflegestunden zurück zu erhalten.

Niedrigere Grundstückspreise und Mieten, vor allem aber die im Vergleich zur anonymisierenden Großstadt immer noch deutlich bessere soziale Vernetzung sieht der wohnungsbaupolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion als das Pfund der ländlichen Region, mit dem es zu wuchern gilt: „Gerade die oben vorgeführten Beispiele von alternativen Bau- und Wohnformen jenseits des klassischen, institutionalisierten Wohnens haben auf dem Land weit bessere Bedingungen als im städtischen Umfeld. Hier könnte das Land sogar zum Vor-reiter in Sachen des zeitgemäßen und altersgerechten Wohnens werden und mit seiner gelebten Nachbarschaftssolidarität der Stadt zeigen, wo's lang geht.“

Die SPD im Landkreis nimmt die Anregungen von Andreas Lotte gerne auf. "Wir wollen, dass unsere ländliche Region auch für uns im Alter attraktiv bleibt und wir nicht in die Stadt flüchten müssen", so die Anmerkungen aus dem Kreis der anwesenden SPD-Kommunalpolitiker, unter Ihnen Michael Asam, Bürgermeister von Peiting und stellvertretender Präsident des Bezirkstags. Die Kreis-SPD kündigt an, neue Wohnformen politisch zu unterstützen.